Im Alpha-Machtspiel bestehen – DierkeHouben
DierkeHouben Insights

Im Alpha-Machtspiel bestehen – ohne selbst einer zu sein

Elon Musk, Donald Trump, manche CEOs – sie stehen für ein altes Führungsmodell in neuem Gewand: dominant, laut, gnadenlos entscheidungsstark. Kurz: Alphamanager mit ihren Stärken und Schwächen wie aus dem Lehrbuch.

Was viele für überwunden hielten, feiert in Krisenzeiten ein Comeback. In der Top-Etage heißt das: Wer bestehen will, muss das Machtspiel beherrschen – auch wenn man es nicht liebt.

In unserem neuen Blog werfen wir einen Blick auf die unausgesprochenen Spielregeln der Macht – und zeigen, wie reflektierte Führungskräfte im Alpha-Spiel bestehen, ohne sich selbst zu verlieren.

Also: Wie kann man in diesem Spiel bestehen, ohne zum Teil des Problems zu werden?

Das Alpha-Spiel

In der Realität des Top-Managements gelten ungeschriebene Regeln. Denn gerade in disruptiven VUKA-Zeiten ist Management Attention die härteste Währung. Die Folge: kollektive Autopiloten bestimmen das Führungsverhalten.

Wir sehen fünf typische Routinen:

  1. Fakten, keine Gefühle – Emotionen gelten als Schwäche.

  2. Machen, nicht reflektieren – Handlungsstärke schlägt Nachdenklichkeit.

  3. Keine Experimente – Verhaltensroutinen werden nicht hinterfragt.

  4. Harmonie um jeden Preis – Konflikte werden unter den Teppich gekehrt.

  5. Regeln statt Vorbild – Technische Lösungen ersetzen echtes Leadership.

In diesem Umfeld machen viele mit – gegen das eigene Wertegerüst. Aussagen wie „Ich bin eigentlich ganz anders, aber so ticken halt meine Peers“ sind tägliche Realität in unseren Executive Coachings.

Das Alpha-Spiel strategisch verstehen, ohne sich selbst zu verlieren

Wer im Alpha-Spiel nicht zerrieben werden will, braucht eine entscheidende Meta-Kompetenz: Reflexion in Echtzeit.

Das bedeutet: Beobachten statt aus dem Impuls reagieren. Denken statt automatisch mitspielen. Fühlen, was in einem selbst passiert – bevor man handelt. Denn unser Denken entsteht immer aus dem, was wir fühlen – nicht umgekehrt.

🧠 Daniel Goleman nennt das „emotionaler Fokus“.
🎯 Wir nennen es: bewusste Selbststeuerung im Alpha-Feld.

Nur so können Sie gezielt entscheiden: Wann lohnt sich Alpha-Verhalten – und wann nicht?

Adaptieren statt kapitulieren: Macht als Werkzeug, nicht als Identität

Die Lösung heißt nicht: Mitspielen um jeden Preis. Und auch nicht: Rückzug ins moralische Exil.

Die Lösung heißt: strategisch adaptieren.

Adaptieren bedeutet: „Ich BIN kein Alpha. Aber ich beherrsche das Spiel, wenn es darauf ankommt.“

Führende Persönlichkeiten, die wir begleiten, leben genau dieses Umschalten:

  • im eigenen Team: vertrauensvoll, coachend, zuhörend

  • im Top-Team: klar, durchsetzungsfähig, mit Dominanz auf Abruf

Das ist kein Verrat an den eigenen Werten – das ist kluges Navigieren in einem rauen Spiel.

Macht ist kein Widerspruch zur Haltung – sondern deren Werkzeug.

7 Regeln für wirksames Führen unter Alphamanagern

Diese 7 Regeln stammen aus unserer Coachingpraxis – sie helfen, das Spiel zu spielen, ohne selbst Alpha zu werden:

  1. Get out of your way
    Reflektieren Sie Ihre inneren Blockaden.
    ➡️ Wer sich selbst im Weg steht, überlässt anderen die Bühne.

  2. Break the rules
    Nutzen Sie gezielte Regelbrüche als strategisches Signal.
    ➡️ Sichtbarkeit entsteht durch Abweichung – nicht durch Anpassung.

  3. Appear powerful
    Zeigen Sie Präsenz, nicht Perfektion.
    ➡️ Wirkung schlägt Wahrheit im ersten Eindruck.

  4. Build a powerful brand
    Stärken Sie Ihre Führungsmarke – klar, sichtbar, konsistent.
    ➡️ Alphamanager respektieren Marken, nicht Meinungen.

  5. Build a powerful network
    Macht braucht Verbündete – keine Einzelkämpfer.
    ➡️ Netzwerke sind die Infrastruktur von Einfluss.

  6. Use your power
    Vermeiden Sie falsche Bescheidenheit.
    ➡️ Wer Macht nicht nutzt, verliert sie.

  7. Don’t worry about being liked
    Beliebt sein ist kein Führungsziel, es geht um Respekt.
    ➡️ Respekt entsteht durch Klarheit – nicht durch Nettigkeit.

Was wir brauchen: Eine neue Souveränität im Umgang mit Macht

Im Alpha-Spiel zu bestehen heißt nicht, zum Alpha zu mutieren. Führung im Alpha-Spiel braucht Haltung, aber auch Taktik.

Es heißt, das Spiel zu verstehen, zu reflektieren und bewusst mitzuspielen, wenn es nötig ist – nicht öfter.

Macht, richtig verstanden, ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug, um Wirkung zu erzielen. Und ja: Manchmal braucht es Mut, über Grenzen zu gehen – um herauszufinden, wie weit man wirklich gehen kann.

Oder, um es mit T.S. Eliot zu sagen:

“Only those who will risk going too far can possibly find out how far one can go.”

Drei Reflexionsfragen für Ihre Führungsarbeit

  1. Welche der 7 Regeln leben Sie bereits – welche vermeiden Sie (noch)?

  2. Wo erleben Sie in Ihrem Umfeld toxische Alphamuster – und wie reagieren Sie darauf?

  3. Wie definieren Sie selbst souveräne Führung unter Machtspielern?

  4. Was sind Ihre persönlichen Alpha-Triggersituationen – und wie gehen Sie damit um?

  5. Welche der 7 Regeln wenden Sie bereits an – bewusst oder unbewusst?

  6. Wie können Sie Ihre Führungsidentität stärken, ohne sich dem Alpha-Spiel unterzuordnen?

Wenn Sie Lust auf mehr haben, hören Sie doch mal in unsere Podcast-Folge zu diesem Thema rein: „Die 7 Regeln der Macht… um unter Alphas erfolgreich zu sein“

Ihre
Anke Houben & Kai Dierke

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